Mein Patria Terra

Bei der Entscheidung für ein reisetaugliches Rad stand anfangs nur eines fest, es sollte eine Rohloff Nabe haben. In den letzten 15 Jahren ist es mir nie gelungen, meinem jeweiligen Rad in Punkto Pflege die Zeit zu widmen, die nun mal nötig ist, um mit einer Kettenschaltung glücklich zu werden. Ein täglich und bei jedem Wetter durch Pfützen, über teils staubige, teils nasse Wege durch Parks und Grünanlagen gescheuchtes Rad benötigt eben mehr Wartung, als ich anscheinend bereit bin zu leisten. Da ich mich mit aktueller Fahrradtechnik etc. überhaupt nicht auskannte, fing ich zunächst an, mich so gut es eben ging zu informieren. Ich las sog. Fachzeitschriften – man kann sie auch Werbeprospekte der Fahrradbranchen nennen, für die man obendrein bezahlen darf – aber auch Reiseberichte erfahrener Weltenbummler. Selbst in TV/Internet fand ich unterhaltsame aber auch informative Dokumentationen einiger rastloser Zeitgenossen, die per Velo die Welt oder auch nur Teile dieser erkundeten. Auch die Ausführungen von Juliane Neuß im Artikel „Richtig Sitzen“ des ADFC Fachausschuss Technik fand ich sehr aufschlussreich. Und nicht zuletzt fand ich auch im Radreise & Fernradler Forum ein durch längjährige Erfahrung erworbenes, breit gefächertes Wissen rund um das Thema „Reisen mit dem Rad“.

Nach einigen Wochen des gierigen Aufsaugens mir bis dahin teilweise unbekannter Fakten hielt ich die Zeit für gekommen, Entscheidungen zu treffen. Mir war klar geworden, dass mein zukünftiges Rad sehr gut auf meine körperlichen Gegebenheiten abgestimmt sein müsse. Daher suchte ich nach Händlern in meiner Nähe, bei denen sowohl ein sorgfältiges Ausmessen meiner Körpergeometrie als auch der Erwerb eines entsprechend angepassten Fahrrads möglich schien. So wandte ich mich an das mitten in Bielefeld angesiedelte Fahrradgeschäft feine räder GmbH . Kurz und knapp: auch mein Rad sollte aus dem Hause PATRIA sein, konnte es doch individuell für mich zugeschnitten werden. Zudem freut es mich als Tischler, wenn ich dazu beitragen kann, dass nur noch wenig verbreitete Handwerkskunst in Deutschland eine Nische findet und überleben kann, erst Recht, wenn dies in meiner unmittelbaren Nachbarschaft geschieht. Patria fertigt in Asemissen, etwa 15 Minuten mit dem Fahrrad von meiner Wohnung entfernt. Herrn Kleinebenne, den Geschäftsführer und Besitzer von PATRIA Fahrräder, lernte ich nebenbei bemerkt auf einer hiesigen, lokalen Fahrradmesse kennen und konnte von ihm noch so manches Detail bezüglich der Zusammenhänge zwischen Ergonomie und Rahmengeometrie erfahren.

Lange Rede, kurzer Sinn, am Ende der (Entscheidungs-)Kette stand fest: mein neues Gefährt wird ein Patria Terra, über das ich euch noch ein paar Kleinigkeiten sagen/schreiben möchte. Aber vorab: so sieht es (inzwischen aber schon nicht mehr) aus:

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